Auszug aus der Rede zum 40jährigen Bestehen des Bürgervereins Wardenburg.
 
Der Bürgerverein Wardenburg e.V. wurde am 12. September 1957 gegründet. 
 
Als Deutschland nach dem 2. Weltkrieg noch in Trümmern lag - jedoch die Jahre des Hungers schon der Vergangenheit angehörten, als die Währungsreform uns 1948 überraschte und sich der wirtschaftliche Aufschwung in Bewegung setzte: da war die Zeit auch für Wardenburg reif, sich fortschrittlicher Entwicklung auf allen Gebieten nicht zu verschließen.
Wardenburg hatte in allen Lebensbereichen viel aufzuholen. Rat und Verwaltung taten ihr Bestes, sich der neuen Zeit mit immer neuen Planungen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten anzupassen und, richtungweisend für die Zukunft, die Gemeinde und den Ort Wardenburg zu gestalten.
In dieser Zeit reifte bei einigen Bürgern in Wardenburg der Gedanke, den Aufbau der Gemeinde und des Ortes Wardenburg nicht nur den zuständigen politischen Gremien und der Verwaltung zu überlassen sondern selbst tatkräftig mitzuarbeiten.
Nach dem Motto „auch andere haben gute Ideen“, sollte ein Verein gegründet werden, der Gedanken und Anregungen der Bürger dem Rat und der Verwaltung unterbreiten sollte.
 
Am 28.08.1957 trafen sich Dr. med. Werner Bluhm und der Zahnarzt Willi Schäferdiek mit acht weiteren Personen in der Gaststätte „Gebhard“ in Wardenburg. Es wurde die Gründung eines Bürgervereines beschlossen.
Zur Gründungsversammlung wurden interessierte Bürger für den 12. September 1957, ebenfalls in die Gaststätte „Gebhard“, eingeladen. Es kamen 36 Personen.
Dr. med. Bluhm erläuterte den Teilnehmern den Zweck und mögliche Ziele des zu gründenden Bürgervereines. Vorrangige Bürgerwünsche waren seinerzeit u. a. die Installierung einer Ortsbeleuchtung, die Herstellung bzw. Verbesserung der Kanalisation, die Ortsverschönerung, die Bestellung einer Gemeindeschwester, der Bau einer Turnhalle und die Kultur- und Denkmalspflege.
Nach Vorstellung und anschließender Diskussion dieser Themen wählte die Gründungsversammlung den ersten Vorstand des neu gegründeten Bürgerverein Wardenburg:
                                   1. Vorsitzender Dr.med. Werner Bluhm
                                   2. Vorsitzender Zahnarzt Willi Schäferdiek
                                   Kassenwart       Walter Niemann
                                   Schriftführer      Manfred Barde
Alle gewählten Personen nahmen die Wahl an. Der Bürgerverein Wardenburg war gegründet und arbeitsfähig und eine Satzung wurde erstellt.
Unmittelbar danach nahm der Vorstand seine Arbeit auf und versuchte, die gesteckten Ziele, die zur damaligen Zeit Priorität hatten, umzusetzen.
Vieles wurde auf den richtigen Weg gebracht und auch vollendet.
 
Zum Auftakt der „Wardenburger Tage“ vom 20. bis 22. Oktober 1967 stellte der Bürgermeister, Georg Meiners, in einer Feierstunde zum 10-jährigen Bestehen des BV Wardenburg fest, dass dieser seit seiner Gründung eine sehr gute und wichtige Arbeit geleistet habe. Es sei ihm gelungen, sich in allen wichtigen Fragen, die den Ort Wardenburg betreffen, gut einzubringen und gemeinsam mit dem Rat, der Verwaltung und allen Stellen, die Entscheidungen mitzubestimmen, Vorhaben anzuregen, mitzugestalten und durchzusetzen, die dem Wohle der Bürger in Wardenburg dienen. Bürgermeister Meiners betonte, daß eine gedeihliche Arbeit zum Wohle der Bürger und der Gemeinde nur gelingen kann, wenn man „miteinander” und nicht „gegeneinander” arbeitet.
Die Arbeit des BV Wardenburg hatte auch eine Signalwirkung auf die anderen Ortschaften in Wardenburg. Es wurden weitere Bürger- und Ortsvereine gegründet. Alle diese Vereine schlossen sich im Dachverband „AG der Bürgervereine“ zusammen.
 
1970, Wardenburg wurde 700 Jahre alt, konnte der BV Wardenburg schon auf eine 13‑jährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken. In diesem Jahr wurde von allen Bürger- und Ortsvereinen und allen anderen Vereinen unter Leitung des Bürgervereins Wardenburg die 700-Jahr-Feier für Wardenburg geplant, gestaltet und durchgeführt.
Die Aufgaben, die sich der Bürgerverein Wardenburg bei seiner Gründung gestellt hatte und die damals das Tagesgeschehen im Ort Wardenburg beherrschten, stellten sich nach 13 Jahren anders dar. Sie wurden vielfältiger.
U. a. wurde eine Reisegruppe innerhalb des BV gebildet. Bereits 1970 wurde die erste Studienfahrt unter Leitung von Dietrich Oltmann nach Holland durchgeführt.
Nach dem Tode von Dietrich Oltmann hat Werner Hegeler mit seinem Team die Reisen selbst organisiert und bis in die 90-er Jahre durchgeführt. Anschließend hat Frau Schwartz, die auch schon zum Team von Werner Hegeler zählte, die Fahrten als verantwortliche Begleitperson gestaltet. Ab 1995 organisierte Frau Eva Bluhm, die diese Reisen mit Frau Schwartz.
Auch die Nachmittagsfahrten des BV im Spätsommer haben sich unter der Leitung von Dietrich Steinke zu einer beliebten und gefragten Veranstaltung entwickelt.
 
Am 30. Mai 1980 stellte Dr. med. Werner Bluhm aus Altersgründen das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Herr Werner Cordes gewählt, der jedoch nach zwei Jahren zurücktrat, weil er kurz zuvor zum Gemeindedirektor in Wardenburg gewählt worden war, und er das Amt des 1. Vorsitzenden des BV nicht mit der gebotenen „Amtsneutralität“ als Gemeindedirektor vereinbaren konnte.
Am 26. Januar 1982 wurde in der Jahreshauptversammlung Herr Fritz Taubert mit 97 % der abgegebenen Stimmen zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Es war kein leichtes, aber ein schönes Amt, was Fritz Taubert mit seinem Team, G. Brommelmeier, G. Götze, I. Oeltjebruns und W. Ahlers, übernahm. Neben den hergebrachten Aufgaben wurden neue Ideen entwickelt.
Am 12.09.1982 konnte der BV Wardenburg mit Stolz auf eine 25-jährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Im Rahmen der 2. Gewerbeschau feierte der BV sein Jubiläum im Gasthof Fischbeck. Dies war auch die Gelegenheit, die noch lebenden Gründer des BV zu ehren.
1995 ist der Ort Wardenburg 725 Jahre alt geworden.
Nach dem Motto „Gemeinsam zum Wohle Aller“ haben sich Vereine, Verbände, Einrichtungen, Organisationen und Einzelpersonen zusammengetan, um zusammen diesen Geburtstag zu einem schönen Fest werden zu lassen.
 
Am 12. September 1997 wurde der BV Wardenburg 40 Jahre alt.
Der Bürgerverein wird auch weiterhin mit Aufgaben, die wir uns gemäß § 2 unserer Satzung gegeben haben, beschäftigen, u. a. mit:

                    - Anpflanzungen mit artgerechten Sträuchern und Bäumen,

 

- Anlegen und Pflegen von Obstbaumwiesen und Blumenbeeten,

 

- Aufstellen von Ruhebänken,
 

- Setzen des Maibaumes - Pflege des Brauchtums,
 

- Gestaltung des Volkstrauertages,
 

- Aktionen wie „Unser Dorf soll schöner werden“,
 

- Pflege, Betreuung und Gestaltung des Tillyhügels mit dem Ehrenmal,
 

- Beteiligung an Umweltschutztagen, Entsorgung ausgedienter Weihnachtsbäume,
 

- Finanzielle Bezuschussung anderer Vereine in Wardenburg.

 

Der BV Wardenburg will auch künftig das wichtige und schöne Ziel verwirklichen, eine gedeihliche Arbeit mit allen Beteiligten zum Wohle des Ortes Wardenburg und seiner Bürger zu leisten.
Viele Ideen und Anregungen hat er gebracht, vieles selbst verwirklicht, anderes weitergetragen zu anderen entscheidungsbefugten Stellen, von denen dann unter seiner Mitwirkung ebenfalls vieles verwirklicht werden konnte.
Dezember 1997
Der Vorstand

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